Mecklenburgische Schweiz
Die Mecklenburgische Schweiz gehört zu den stilleren, oft unterschätzten Landschaften Norddeutschlands – und genau darin liegt ihr besonderer Reiz. Anders als der Name vermuten lässt, erwarten Besucher hier keine alpinen Höhen, sondern eine sanft gewellte Hügellandschaft, durchzogen von Feldern, Wiesen, Wäldern und glitzernden Seen. Es ist eine Region, die nicht laut beeindruckt, sondern sich langsam erschließt – mit Weite, Ruhe und einem Gefühl von Ursprünglichkeit.




Geprägt wurde diese Landschaft in der letzten Eiszeit. Die zurückweichenden Gletscher formten eine sogenannte Endmoränenlandschaft, die sich heute in sanften Höhenzügen und kleinen Tälern zeigt. Zwischen den Hügeln liegen zahlreiche Seen wie der Teterower See oder der Kummerower See, die das Bild der Region maßgeblich bestimmen. Je nach Jahreszeit verändert sich ihr Charakter: Im Frühjahr leuchten die Felder in sattem Gelb, im Sommer flirrt die Wärme über weiten Wiesen, und im Herbst tauchen Nebel und bunte Wälder die Landschaft in eine fast märchenhafte Stimmung.
Auch kulturell hat die Mecklenburgische Schweiz ihren eigenen, ruhigen Rhythmus. Kleine Städte wie Teterow oder Malchin wirken überschaubar und bodenständig, mit historischen Marktplätzen, Backsteinkirchen und einer langen regionalen Geschichte. Dazwischen liegen verstreut Gutshäuser, alte Alleen und kleine Dörfer, die oft wirken, als sei die Zeit hier ein wenig langsamer vergangen.
Die Region lädt vor allem dazu ein, draußen unterwegs zu sein. Wer hierher kommt, sucht selten spektakuläre Attraktionen, sondern vielmehr Raum zum Durchatmen. Weite Radwege führen durch Felder und Wälder, Wanderwege schlängeln sich entlang der Seen und durch stille Natur. Immer wieder öffnen sich Ausblicke, die weniger durch Dramatik als durch ihre Gelassenheit beeindrucken. Es ist eine Landschaft, die man nicht „abarbeitet“, sondern erlebt.
Ebenso prägend ist die Lebensart der Menschen. Landwirtschaft spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, und vielerorts ist eine enge Verbindung zur Natur spürbar. Regionale Produkte, einfache, ehrliche Küche und eine gewisse norddeutsche Zurückhaltung prägen den Alltag. Gerade diese Unaufgeregtheit macht den Aufenthalt besonders authentisch.
Am Ende ist die Mecklenburgische Schweiz kein Ort für schnelle Eindrücke, sondern für langsames Entdecken. Wer sich Zeit nimmt, findet hier keine spektakulären Highlights im klassischen Sinne – dafür aber eine Landschaft, die nachhaltig wirkt. Eine Region, die nicht laut wirbt, sondern leise überzeugt und gerade deshalb lange in Erinnerung bleibt.
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Kummerower See
Der Kummerower See liegt am Nordrand der Mecklenburgischen Schweiz im Dreieck von Teterow, Malchin und Demmin. Mit einer Fläche von 33 Quadratkilometern, einer Länge von 11km und 3km Breite ist er der viertgrößte See in Mecklenburg-Vorpommern.
Gemeinsam mit dem Malchiner See bildet er das Herzstück des Naturparks „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“. Zusammen mit der Peene und ihren Nebenflüssen ist der See für einheimische und nordische Vogelarten ein wichtiges Sammel- und Rastgewässer. Die 37m hohe Steilküste an der Ostseite des Kummerower Sees bildet einen reizvollen Anblick. Auf einer Wanderung am Ostufer auf dem ausgewiesenen Naturlehrpfad bieten Feuchtwiesen und ausgedehnte Schilfgürtel einen reizvollen Gegensatz zur gegenüberliegenden Moränenlandschaft.
Der Kummerower See ist ein beliebtes Wassersportrevier. Surfer und Segler finden durch die Wellen- und Windverhältnisse ideale Bedingungen für ihren Sport. Der See ist für das Befahren mit Motorbooten zugelassen und Segler finden hier hervorragende Verhältnisse. Kanuten und Paddler gelangen von hier in die Peene, den Amazonas des Nordens und lassen sich von der Natur- und Tiervielfalt begeistern.
Am Kummerower See gibt es viele Badestellen, gut ausgestattete Wasserwanderrastplätze und Campingmöglichkeiten. Dem Stillgewässer wird in jedem Jahr wieder bei Untersuchungen eine hervorragende Badewasserqualität bescheinigt. Wanderer und Radfahrer erreichen über das gut ausgeschilderte Wanderwegenetz des Naturparks „Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See“ zahlreiche Ausflugziele. Von März bis Oktober finden fachkundige Führungen statt.
Durch den großen Fischreichtum des Kummerower Sees gilt er unter Anglern als Geheimtipp. Zander, Aal, Hecht und Barsch zählen zu den häufigsten Fischarten im See.

Malchiner See
Mitten in der Mecklenburgischen Schweiz inmitten sanfter Hügelketten, die überwiegend mit dichten Laubwäldern bewachsen sind, liegt der Malchiner See.
Der Malchiner See ist über die Peene und den Dahmer Kanal mit dem Kummerower See verbunden. Seine von Schilf gesäumten Ufer bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten, darunter Biber, Fischotter und Seeadler. Auch viele Entenvögel überwintern hier. Der See liegt im Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See.
Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur zwei Metern und einer Fläche von rund 14 Quadratkilometern zählt er zu den flachen Gewässern der Region. Eine seichte Sandschwelle durchzieht den See. Besonders gut lässt er sich per Kanu oder Segelboot erkunden, während Wander- und Radwege zu verschiedenen Ausflugszielen führen.
Badestellen, Bootsverleih und Campingmöglichkeiten sind vorhanden. Dank seines Fischreichtums – unter anderem Hecht, Zander, Karpfen und Aal – ist der See auch bei Anglern beliebt.
Flusslandschaft Peene
Hinter den „sieben Bergen“ der Mecklenburgischen Schweiz liegt ein Märchenland für Wasserbegeisterte. Hier gibt es große Seen, kleine Bäche und einen breiten Fluss, der nach Lust und Laune seine Richting ändert. Die Peene überwindet auf ihrem langen Weg bis zur Mündung gerade mal 30 Zentimeter Gefälle. Da kann es bei Gegenwind schonmal vorkommen, dass der Fluss bergauf fließt.
Schon im Oberlauf sorgt er für Verwirrung. Er entspringt nämlich gleich dreimal. Erst bei Malchin, kurz vor dem Kummerower See vereinen sich die drei Arme in einem Wald aus Binsen. In unzähligen Windungen schlängelt das blaue Band durch geheimnisvolle Wälder, blühende Wiesen und stille Auen bis nach Demmin.
In der Hansestadt Demmin münden Trebel und Tollense in die Peene. Es ist noch heute ein guter Handelsplatz im Dreistromland für die Hansestadt. Das fischreiche Flusskreuz zieht Angler aus ganz Deutschland an. Obwohl sich mehrere Richtungen anbieten, folgen viele Paddler dem Ruf der Ostsee und dem Lauf der Peene. Der Strom verzweigt sich gleich mehrfach, vollführt gewagte Schwünge und macht sich ordentlich breit. Vor der Haffmündung bei Anklam durchstreift die Peene das drößte zusammenhängende Niedermoorgebiet Europas.
Wenn das Kanu hier leise durch das geheimnisvolle Flusslabyrinth gleitet, kommt Indianer-Stimmung auf. Hier eine Bieberburg, dort ein Fischotter, der im Schilf verschwindet. Am Himmel kreist ein Seeadler und Kornweihen schießen pfeilschnell herab.



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