Christie's interest und eine Augenweide im Paradiesgärtlein

Gnevezow - Wer vermutet schon hinter diesen großen Toren inmitten des schlichten Dorfes kleine feine Dinge aus Porzellan? Wurde früher doch das ganze Gegenteil miniatürlicher Zerbrechlichkeit in diesen profanen landwirtschaftlichen Hallen beherbergt: Traktoren, schwere Landmaschinen. Nicht nur dieser Reiz der Gegensätze ist es, was den Charme der jetzt hier beheimateten Porzellanmanufaktur Maluka ausmacht: Auch die Schlichtheit und Frische des Designs mit einem gewissen Pfiff ist es. Kreateurin dieser schönen Dinge ist eine junge unkonventionelle Frau, die ihr Handwerk auf der Burg Giebichenstein gelernt hat: Marie-Luise Franz. In ihrer kleinen Wunderwelt findet man eben keine schnöden Gummistiefel, sondern kleine Schaftstiefelchen aus Porzellan.

Kummerow - Dass auf dem „Provinzbahnhof“ Malchin schon mal Gäste aus London vom renommierten Auktionshaus Christie‘s aussteigen, hat mit dem nahen Schloß Kummerow zu tun – inzwischen ein Magnet für Kunstliebhaber weltweit. Die barocke Perle am See bietet eine perfekt gelungene Symbiose aus Kunst, Natur und Denkmalschutz. Der puristische Berliner Kunstsammler Torsten Kunert präsentiert in dem behutsam mehrere architektonische Zeitebenen zeigenden Haus, das als eines der ältesten und größten Barockbauten des Landes gilt, seine und damit eine der umfangreichsten deutschen Privatsammlungen zeitgenössischer Fotografie – von Wolfgang Tilmans über Andreas Gursky bis Andreas Mühe und Will McBride, sowie DDR-Fotografen wie Ute Mahler bis Gundula Schulze-Eldowy.

Grammentin - Hier scheint die Welt noch in Ordnung: Im Dorfzentrum steht, gleich neben der Kirche, so wie es sich gehört, eine Kneipe. Die Tore stehen offen, und die Tafel preist mit Kreide an: „Heute Eisbein!“ Täuschend echt gemalt vom Grammentiner Maler Günter Horn, dessen künstlerische Hand an vielen Hauswänden und Toren des Dorfes sein Können gezeigt hat und der abgelegen am Dorfrand ein hübsches Atelier bewohnt. Besuchen kann man Ihn auch gern auf Anfrage. Sinnlich echt, zum Anfassen und Reinbeißen dagegen sind die Ivenacker Baumkuchen, gebacken in der Familienkonditorei Komander.

Ivenack - Ivenack hat viel zu bieten: uralte Eichenriesen, von denen einer Deutschlands ältester sein soll; einen Kletter-Ausflug 20 Meter hoch in die Wipfel der Bäume, dazwischen seit der Barockzeit Wild und einen hübschen rotweißen Pavillon, der sich hervorragend als Café mit Dachterrasse eignen würde. Wir empfehlen einen Spaziergang durch einen grünen Tunnel längs des Sees zwischen Schloß, Teehaus und Orangerie mit Einkehr in der Schloßkirche. Hier kann man in Ruhe die Allegorien vom „Paradiesgärtlein“ auf den Gemälden der Orgelempore vis-à-vis der Rokoko-Loge entdecken.